„Klassik-Oscar“ für amarcord

„Klassik-Oscar“ für amarcord

Großer internationaler Erfolg für das Leipziger Vokalensemble amarcord: Für sein Album „Maria – Josquin in Leipzig“ erhält das Ensemble den International Classical Music Award (ICMA) 2026 in der Kategorie Alte Musik – eine der bedeutendsten Auszeichnungen der Klassikbranche.

Die Jury, bestehend aus 20 führenden Musikjournalist:innen aus 16 Ländern, würdigt die Einspielung mit außergewöhnlichem Lob:

„Auf seinem Album Maria taucht das Leipziger Ensemble amarcord tief in die Geschichte der Vokalmusik ein. Renaissanceklänge zu Ehren der Jungfrau Maria, eingerahmt von mittelalterlichen Sequenzen aus dem Leipziger Thomas-Graduale, ergeben ein bedeutungsvolles dramatisches Ganzes. Das Ergebnis ist ein stilistisch souveränes, hochpräzises und klanglich konsistentes Vokaljuwel mit Referenzcharakter.“

Das bei edition apollon classics / Raumklang erschienene Album widmet sich dem Renaissance-Großmeister Josquin des Prez (ca. 1450–1521) – in einer besonderen Leipziger Perspektive. Zwar hat Josquin selbst Leipzig vermutlich nie besucht, doch zwei bedeutende Handschriften der Stadt bewahren sein Werk: der Apel-Codex und das Manuskript Thomaskirche 49/50 aus der Universitätsbibliothek. Auf dieser Grundlage entwirft amarcord das faszinierende Klangbild eines „Leipziger Josquin“.

Im Zentrum des Programms steht die Missa de Beata Virgine, ein Werk von großer spiritueller Tiefe und klanglicher Schönheit. Motetten, die auf Josquins Chansons basieren, verweben sich kunstvoll mit den Messsätzen, während mittelalterliche Sequenzen aus dem Leipziger Thomas-Graduale die Marienverehrung eindrucksvoll vertiefen. Die Aufnahme in der Thomaskirche Leipzig verleiht dem Album eine besondere Authentizität und verbindet musikalische Exzellenz mit jahrhundertealter Tradition.

Die ICMA-Preisverleihung findet am 18. März 2026 im Joseph-Keilberth-Saal der Konzerthalle Bamberg statt. Dort werden die Auszeichnungen im Rahmen einer festlichen Gala mit den Bamberger Symphonikern unter der Leitung von Jakub Hrůša überreicht.